Chile - Patagonien: Das spektakulärste Ende der Welt!

Corinne Lopez Garcete | 08.02.2019

Die Anden – das gewaltige Gebirge ist das erste, was man von Chile erblickt, wenn man mit dem Flugzeug  nach Santiago fl iegt. Abrupt wechselt die fl ache argentinische Landschaft in ein Wirrwarr aus fast siebentausend Meter hohen, schneeweissen Bergspitzen. Dahinter versteckt sich eines der abwechslungsreichsten und überraschendsten Reiseländer der Welt. Vor allem Patagonien, die Südspitze Südamerikas, ist ein Sehnsuchtsort und lässt uns träumen von wilden Landschaften und kühnen Entdeckern, von Huasos – den chilenischen Cowboys – hoch zu Ross und menschenleerer Natur.

Einer der schönsten Nationalparks Südamerikas, der Torres del Paine, liegt an der Südspitze Chiles. 2800 m hohe Felsspitzen ragen gegen den Himmel auf, umgeben von türkisblauen Seen, smaragdgrünen Wäldern und einer weiten unendlich scheinenden Landschaft, welche wohl bei jedem Besucher das «Am Ende der Welt»-Gefühl aufkommen lässt. Für Wanderer ist der Torres del Paine Nationalpark der ideale Ort, um den Praxistest für ihre Wanderkleidung zu machen. Man sagt, in Patagonien gäbe es innerhalb von einem Tag alle vier Jahreszeiten. Vor allem der Wind bläst ständig. Mal rückt er ganz nett die Kapuze zurecht, mal zerrt und zupft er in alle Richtungen.

vielfältige tier- und pflanzenwelt

Mit Glück und ein bisschen Geduld entdeckt man auf einer Wanderung eine Herde Guanakos. Auch die beiden Wappentiere Chiles, der stolze Kondor und der Huemul, eine Hirschart, leben in der geschützten Landschaft rund um die Torres. Die Bäume krümmen sich unter der Wucht des patagonischen Windes und doch entdecken wir filigrane Blumen, welche den Stürmen trotzen. Schon der Dichter William Henry Hudson sagte über diese Gegend: «In Patagonien muss man zwischen dem Winzigen und dem Weiten wählen».

Unendliche Weiten und unberührte Landschaften findet man auch ganz im Norden Chiles. Die AtacamaWüste ist die trockenste Wüste der Welt und bietet wunderbare Fotomotive. Wer sich schon einmal gefragt hat, wie es auf dem Mond aussieht, sollte am Abend einen Besuch im Mondtal machen. Groteske Salz- und Steinformationen gibt es hier zu entdecken und bei Sonnenuntergang leuchtet die Landschaft in einem Feuerwerk von intensiven Rot-, Orange- und Goldtönen. 

Brodelnde Vulkanlandschaft

43 Vulkane gibt es in Chile, mehr als die Hälfte davon ist noch aktiv. Die vulkanische Aktivität sieht man sehr eindrücklich bei einem Besuch der Geysire in der Nähe der Oasenstadt San Pedro. Noch im Dunkeln bricht man auf, um vor Sonnenaufgang bei den Geysiren zu sein, denn dann sind sie am aktivsten. Trotz der klirrenden Kälte sollte man auf dem Weg dorthin einen Blick hinauf zum stockdunklen Nachthimmel wagen. Das Funkeln der Sterne ist überwältigend. Dank wenig Lichtverschmutzung sieht man hier viel mehr Sterne als sonst. Eine Prise Extraglitzer am pechschwarzen Nachthimmel! 

Sobald der Tag zu erwachen beginnt, verwandelt sich das Geysirfeld in ein riesiges Freiluftdampfbad. Es blubbert und gurgelt in den über 60 Erdlöchern und zusammen mit dem ersten Tageslicht und dem Dampf der Geysire ändert sich die Landschaft in eine neblige Märchenwelt.

quirlige hafenstadt in buntem gewand

Immer wieder fasziniert bin ich von Valparaiso. Diese Hafenstadt ist bunt, eigenwillig, überraschend und absolut sympathisch. Farbige Häuschen kleben wie Legoklötzchen an steilen Hügelwänden. Fassaden in Knallgelb, Grasgrün oder Himmelblau wechseln sich ab mit Graffitibildern von modernen Künstlern. Diese farbigen Wellblechfassaden geben Valparaiso sein unverkennbares Bild. Dazwischen winden sich enge Strässchen und noch engere Treppen die steilen Hügel hoch. M. C. Escher hätte die Stadt mit ihrem Labyrinth aus Gassen und Treppen nicht besser entwerfen können. Wer nicht Treppensteigen mag, kann mit einer der über hundertjährigen Standseilbahnen fahren und, oben angekommen, die Sicht auf das geschäftige Hafenbecken geniessen.

MEINE TIPPS 

1. AKTIV: Der Nationalpark Huerquehue bietet besonders viel Abwechslung. Man wandert an tosenden Wasserfällen vorbei, später streift man durch uralte Araukarienwälder mit Blick auf stille, blau leuchtende Seen. 

2. WISSEN: Im Norden Chiles wird Kupfer abgebaut. Chuquicamata ist mit 5 km Länge und einer Tiefe von über einem Kilometer eine der grössten Tagbauminen der Welt. Über 330 000 Tonnen Kupfer werden jährlich gefördert. Ein Besuch lässt einen auf Zwergengrösse schrumpfen, wenn die häusergrossen Bagger an einem vorüberziehen. 

3. GENUSS: Nicht nur Asado, das chilenische Barbecue mit viel Fleisch, wird gerne gegessen, sondern auch Fisch und Meeresfrüchte und Empanadas, die typischen gefüllten Teigtaschen. 


Reisetipps passend zum Beitrag


Hinterlassen Sie uns einen Kommentar