Vulkaninsel Lanzarote auf zwei Rädern

Manon Wild | 15.12.2017

Eine Woche Ferien im November auf der Vulkaninsel Lanzarote – mit dem E-Bike.

Was für ein Glückspilz ich war, merkte ich gleich bei der Ankunft. Blauer Himmel,  wunderbar milde Luft und kaum Wind.

«Eine ungewöhnlich warme Wetterlage für November» begrüssten mich Angel und Armel und zeigten mir gleich ihr E-Bike Geschäft in Costa Teguise.

Angel, Armel und Ben sind ein eingespieltes Trio. Mit viel Herzblut, Freude und grossem Technikerwissen überprüfen sie täglich alle ihre verschiedenen E-Bikes und halten diese immer akkurat in Schuss. (Die salzhaltige Luft fordert ihren Tribut.) Sie laden auch jeweils die Akkus, so dass sich die Gäste um nichts kümmern müssen.

Glücklich durfte ich mich schätzen gleich am nächsten Tag mit Armel einen E-Bike Ausflug zu unternehmen. Wir radelten in den Nordosten der Insel.

Die gut ausgebaute Strasse führt leicht steigend am ersten Vulkankegel vorbei. Ich liess meine neugierigen Blicke über die karge Landschaft gleiten. Das faszinierende Licht- und Farbenspiel sowie die bizarren Formationen der erkalteten Lavaströme zogen mich schnell in ihren Bann. Welche Wunderwerke sie hinterliessen, entdeckte ich in den Jameos del Agua und den Cuevas de los Verdes, die wir besuchten.

Dank des Vulkanausbruchs von Monte Corona vor gut 5000 Jahren entstanden spektakuläre Naturschönheiten. Der heisse Lavastrom ergoss sich über 5 km entlang den Flanken des Vulkans. Diverse Hohlräume bildeten sich, als unter bereits erstarrten Lavamassen noch flüssige Lava abfloss. Durch die verschieden schnelle Fliessgeschwindigkeit entstanden eingestürzte Lavagrotten, sogenannte Jameos.

Der Künstler Cesar Manrique schuf von 1966 – 77 aus den Jameos ein begehbares Naturkunstwerk. Eine Basalttreppe führt hinab und eine meditative Stimmung nimmt den Besucher gefangen: das leise Wasserplätschern, die Ruhe des umgebenden Lavagesteins, all die subtropischen Pflanzen schaffen einen wahren Lustgarten mit einer unvergleichlichen Atmosphäre.  

Auf unserer Baumeler Reise Lanzarote planen wir genügend Zeit ein, um all diese verblüffenden Sehenswürdigkeiten geniessen zu können: die Jameos del Agua, die Cuevas de los Verdes so wie auch den Jardin de Cactus, den Nationalpark Timanfaya und natürlich die Fundacion des Künstlers Cesar Manrique.

Mit Angel und Armel habe ich besprochen, dass wir einige Routen «entschleunigen» werden, so dass es ein wunderbares Erlebnis sein wird, diese spezielle Vulkaninsel mit all ihren vielen spannenden Attraktionen per E-Bike in Ruhe und Muse geniessen zu können.

So haben wir u.a. beschlossen die längste Etappe, die zum Nationalpark Timanfaya führt mit einem Bustransfer zu «entschärfen». Von der beeindruckenden Kirche der Virgen del Volcano starten wir zu den Montañas del Fuego. Die jüngsten Vulkanausbrüche fanden erst 1730 statt! Zu beiden Seiten der Strasse erstreckt sich das mit dicken, schwarzen Basalttrümmern bedeckte Land. Einige hitzeresistente Pflanzen krallen sich in den Boden. 1974 wurde das 51 km2 grosse Gebiet zum Nationalpark erklärt. Im Park tauschen wir die E-Bikes gegen einen Bus aus, der uns durch diesen geologisch hochinteressanten Steingarten führt und uns mit vielen Informationen beglückt.

Ich staunte nur noch «Bauklötze» als ich diese gigantischen Zeugen der letzten Vulkanausbrüche sah: es war, als wäre ich auf einem anderen Planeten gelandet! Ersteinerte Lavaflüsse, kantige Brocken, Vulkanasche in allen Farbvariationen und die ersten Pionierpflanzen, die sich angesiedelt haben.

Anschliessend fuhren wir mit dem E-Bike auf der neu angelegten Umgehungsstrasse Richtung Süden in das kleine Fischerdorf El Golfo. Wir bestellten eine grossartige «Parillada de Pescado» und ich zelebrierte dieses herrliche Mittagessen mit einem wunderbaren Glas Weisswein aus Lanzarote. Neben El Golfo überrascht mich das spektakulären Farbenspiel der leuchtendgrünen Lagune Charco de los Clicos. Sie entstand dank eines submarinen Vulkanausbruchs. Durch die Vermischung von heisser Lava und kaltem Meereswasser formte sich ein Tuffring mit einem 60 m tiefen Krater. Eingerahmt von anthrazit-, ocker- und rostfarbenen Felsen sticht die grünschimmernde Lagune besonders ins Auge. Vorbei an den Salzfeldern von Janubio führt die Nachmittagsetappe nach La Geria, ins Weinanbaugebiet der Insel. Von hier aus werden die Baumelergäste dann vom Bus abgeholt. Statt 86 werden es gut 52 km sein.

Im März werden wir in aller Ruhe die Elektrovelos ausprobieren. Die Einstiegsetappe ist flach und sehr gemütlich an. Die gut ausgebaute Küstenpromenade führt von Costa Teguise bis nach Puerto del Carmen. Sie wurde extra für Spaziergänger und Velofahrer angelegt. Ab und zu werden wir auch  mittels Kreiselsystems auf ruhige Autostrassen gelenkt, doch die «pista cyclable» ist stets gut markiert und führt wie ein roter Faden an der Inselhauptstadt  Arrecife und am Flughafen vorbei bis ins sehr quirlige Puerto del Carmen.

Wir wohnen die ganze Woche über im Grand Teguise Playa Hotel, ein Katzensprung vom E-Bike Geschäft entfernt. Falls ein weiterer «Faulenztag» eingeschaltet werden möchte, bietet das Hotel und der Ort viele Möglichkeiten Sonne, Wärme und die herrliche Meeresbrise zu geniessen.

Ich freue mich auf die nächste Erlebniswoche auf Lanzarote.

!Hasta la vista en Lanzarote!


Reisetipps passend zum Beitrag


Hinterlassen Sie uns einen Kommentar