Schneeschuhwanderungen: Reisetipps für den Winter

| 21.12.2017

Der Winter hält viele Aktivitäten bereit, die selbst an trüben Tagen ausgiebigen Spass versprechen. Gerade, wenn es kalt ist, sorgen Bewegung und Geselligkeit für gute Laune. Für alle, die gerne in fröhlicher Runde die Natur von einer ganz neuen Seite kennenlernen wollen, sind Schneeschuhwanderungen ein echter Geheimtipp. Dieser Beitrag beschreibt die Faszination des Schneeschuhwanderns, stellt drei verschiedene Ziele vor und gibt Tipps, wie die Ferien im Schnee zum unvergesslichen Erlebnis werden.

Ein Weg in eine neue, unberührte Welt

Beim Schneeschuhgehen ist nichts anderes zu hören, als das Knirschen des Schnees, leise rieselnde Schneeflocken und das Klappern der Schneeschuhe. In einer Gruppe kommen vielleicht noch einige Gespräche hinzu, doch beim Anblick der glitzernden Kristalle, die sich wie ein weicher Teppich ausbreiten, verstummen diese oft. Pure Einsamkeit, Stille und der winterlich verschneite Wald, unberührte Berghänge und spektakuläre Ausblicke gehören beim Schneeschuhwandern dazu. Kein Wunder, dass sich dieser Freizeitsport immer grösserer Beliebtheit erfreut.

Wanderer und Natur verschmelzen zu einer Einheit, die Wanderung erscheint viel freier zu sein, da die typischen Wegmarken fehlen, die allenfalls für reglementiertes Wandern sorgen. Beim Schneeschuhwandern geht es langsam voran und genau diese Langsamkeit gepaart mit der bestechenden Schönheit der Natur entspannt den Geist. Schneeschuhwandern ist praktisch eine aktive Wellness Anwendung und oft ist es so, dass aus einem ersten Test des Schneeschuhwanderns eine ewig währende Liebe entsteht. In Wanderkreisen sagt man auch: «Wer einmal die Teller angeschnallt hat, kommt nie mehr davon los.»

Ausrüstung für das Schneeschuhwandern

Die meditative Stille, der weite Blick und die Ruhe, die Schneeschuhwanderer erfasst, sind einzigartige Merkmale, die sich kaum in einer anderen Freizeitbeschäftigung wiederfinden. Das A und O, um diese Einzigartigkeit in vollen Zügen geniessen zu können, ist die richtige Ausrüstung. Die Schuhe müssen wärmen und dürfen nicht scheuern oder zwicken. Die Hosen sollten wind- und wasserdicht sein, ebenso die Jacke. Zudem ist es besonders wichtig, dass die Bewegungsfreiheit gegeben ist, die das Schneeschuhwandern erfordert. Wärmende Handschuhe, eine Kopfbedeckung sowie eine gute Sonnenbrille runden die Ausrüstung ab. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU gibt zudem wichtige Tipps zum Schneeschuhwandern, die sich alle durchlesen sollten, die noch nie «auf den Tellern» gestanden haben.

Biker und Wanderer auf einen Nenner bringen

Wenn ein Paar zusammen verreist, dann treffen oftmals unterschiedliche Interessenlagen aufeinander, die berücksichtigt werden wollen. Es ist nicht jedermanns Sache, in absoluter Stille über unberührte Schneefelder zu laufen. So mancher Mountainbiker kann auch im Winter nicht die Finger von seinem Zweirad lassen. Die richtigen Winterschuhe für Biker sind genauso wichtig, wir für Schneeschuhwanderer, wenn es mit dem Zweirad durch den Schnee gehen soll. Mit dem Bike durch den Schnee zu fahren hat seinen ganz eigenen Reiz und erfordert eine gewisse Vorbereitung. Der Umgang mit dem Velo lernt sich nicht über Nacht. Im Winter mit dem Velo die Hänge und Pisten herunterzufahren ist gar nicht so einfach und enorm kräftezehrend.

Das heisst allerdings nicht, dass es unversucht bleiben sollte, im Gegenteil. Es ist durchaus zu empfehlen, wenn zum Beispiel ER den Tag mit dem Bike auf grosser Tour verbringt und SIE einen ruhigen Tag mit Schneeschuhwandern verlebt. Beim gemeinsamen Entspannen vor dem flackernden Feuer des Kamins lassen sich die Erlebnisse austauschen und der Tag klingt erholsam aus.

Reisetipp 1: Albulatal in der Schweiz

Die verschneiten Alpen bieten den perfekten Rahmen für schöne Winterferien. Im Albulatal ist das Angebot breit gefächert. Feriengäste können beispielsweise durch den Schnee zum Palpuognasee wandern und die Stille in abgeschiedener Höhe geniessen. Weitere Highlights in der Region sind diese:

  • Mit dem Sessellift zum Piz Darlux
  • Mit der historischen Rhätischen Bahn nach Davos
  • Ein Besuch des Ortes Bergün

Der zuletzt genannte Ort Bergün hat es im Mai 2017 auf die Titelseiten einiger Zeitungen geschafft, weil es ein «Herzliches Fotografierverbot» ausgesprochen hat.  Es ist kaum zu glauben, aber der Ort mit nur 500 Einwohnern ahndet Zuwiderhandlungen mit einer Geldstrafe. Was wie ein Gag klingt, hat ziemlich weite Kreise gezogen. Graubünden, von wo aus der Marketing-Gag startete, erhofft sich einen erhöhten Zustrom von Gästen, die sich den wunderschönen Ort Bergün mit eigenen Augen ansehen wollen, weil online angeblich kaum noch Fotos existieren. Inwieweit die kleine Gemeinde in der Schweiz davon profitiert, steht auf einem anderen Blatt und bleibt abzuwarten.

Reisetipp 2: Lahemaa Nationalpark in Estland

Besonders abwechslungsreiche Ferien für Winterwanderer und Winterbiker erwartet die Gäste im Lahemaa Nationalpark. Dieser liegt an der Ostseeküste Estlands und beeindruckt durch die schier unendliche Weite und jahrhundertealte Unterkünfte wie den Gutshof Vihula. Tallin ist ebenfalls in erreichbarer Nähe. Die Stadt nennt eine sehr gut erhaltene mittelalterliche Innenstadt sein Eigen, die zu den besterhaltenden ganz Europas zählt. Farbenprächtig und pittoresk entfaltet sie im Winter einen sehr besonderen Charme, den kaum jemand widerstehen kann. Und das lässt sich in den Estland-Ferien sonst noch erleben:

  • Besuch des Fischerdorfs Viinistu (Ostsee)
  • Besichtigung des Nonnenklosters Pühtitsa
  • Besuch des Ortes Rakvere und der dortigen Burganlage

Reisetipp 3: Unterengadin in der Schweiz

Ebenfalls eine empfehlenswerte Adresse für alle, die in den Ferien Schneeschuhwandern wollen, ist das Unterengadin. Die Landschaft ist zauberhaft, die Möglichkeiten für Wintersport vielfältig. Zudem liegen schöne Ortschaften wie zum Beispiel Zernez in der Region. Zernez ist für die schönen Engadinerhäuser bekannt, die im Winter auch durch ihre dezente Beleuchtung besonders hübsch wirken. Diese Naturhighlights sollten sich Feriengäste nicht entgehen lassen:

  • Schneeschuhwandern am Ofenpass
  • Höhenwanderung Richtung Lü
  • Nachthimmel-Betrachtung mit Astrofotografie auf 2000 m Höhe im Alpinen Astrovillage Lü (AAV).

Fazit: Schneeschuhwandern ist ein grossartiger Kombinationspartner

Schneeschuhwandern lässt sich in den Winterferien mit anderen geplanten Aktivitäten unkompliziert verbinden. Nach einem aufregenden Tag im quirligen Tallin oder nach einem schwungvollen Nachmittag auf dem Snowboard oder Mountainbike im Schnee sorgt das gesunde Schneeschuhwandern für Erholung und Ruhe. Dabei können auch weniger trainierte Personen mitmachen, denn die Angebote richten sich sowohl an Einsteiger wie auch an trainierte Gäste.

 

 

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